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Selbstvertrauen deines Kindes: 10 Tipps, wie du es stärken kannst

Selbstvertrauen deines Kindes stärken: 10 Tipps Foto: Cyril-fotolia.com Selbstvertrauen deines Kindes stärken: 10 Tipps

Schüchterne, leicht reizbare Teenager, die sich oft in ihr Zimmer zurückziehen: Früher oder später müssen sich fast alle Eltern dieser Herausforderung stellen. Du kannst dann schon vieles richtig machen, wenn du das Selbstvertrauen deiner Sprösslinge stärkst. Wir geben dir dazu 10 Tipps an die Hand.

Was unser Selbstwertgefühl beeinflusst

Der Grundstein für ein positives Selbstwertgefühl wird schon in jungen Jahren gelegt. Dabei hält die Pubertät die größten Stolperfallen bereit. Körperliche Veränderungen und neue geistige Fähigkeiten, durch die wir die Meinung anderer immer bewusster wahrnehmen, rufen in uns Selbstzweifel hervor. Diese Unsicherheit kann im schlimmsten Fall in einem dauerhaft niedrigen Selbstwertgefühl gipfeln.

Während unserer Kindheit prägt noch besonders die elterliche Erziehung unser Selbstwertgefühl. In der Geschlechtsreife beeinflusst uns dann vor allem der Kontakt mit Gleichaltrigen. So wirkt beispielsweise die Beliebtheit bei Mitschülern und Freunden entscheidend bei der Entwicklung unseres Selbstvertrauens. Werden Kinder aufgrund ihres Äußeren, ihrer Herkunft oder ihrer schulischen und sportlichen Leistungen gehänselt oder sogar ausgegrenzt, sind Minderwertigkeitsgefühle und soziale Ängste vorprogrammiert.

Rechtzeitig Selbstwertprobleme erkennen

Als Elternteil solltest du so früh wie möglich auf entsprechende Verhaltensauffälligkeiten deines Sprösslings reagieren. Dein Beistand ist gefragt,  

-       wenn dein Kind sich generell abkapselt und seine Freizeit häufiger im Internet als mit Gleichaltrigen verbringt,

-       wenn es oft geringschätzig von sich redet,

-       wenn es Angst vor neuen Aufgaben hat,

-       wenn es sich in der Gegenwart anderer schüchtern verhält,

-       wenn es sich häufig mit anderen vergleicht und gerne jemand anderer wäre,

-       wenn es nicht gerne in die Schule geht,

-       wenn es schnell frustriert und gereizt ist,

-       wenn es ständig Bestätigung und Zuwendung sucht.

Falls dein Kind unter Selbstwertproblemen leidet und sich immer stärker zurückzieht, kann dir auch eine professionelle Beratungsstelle wichtige Unterstützung bieten. 

10 Tipps, um das Selbstvertrauen deines Kindes zu stärken

Um das Selbstwertgefühl und die „innere Widerstandsfähigkeit“ deines Kindes zu steigern, können dir die folgenden Strategien helfen:

1) Sei ein glaubwürdiges Vorbild!

Werte wie Kritikfähigkeit oder die Begabung, mit Niederlagen umzugehen, musst du als Elternteil vorleben. Wie soll dein Kind lernen, Enttäuschungen zu verarbeiten, wenn du selbst bei Misserfolgen verärgert aufgibst? Zeige ihm, wie man Kritik bewältigt und dass man aus Fehlern lernen kann.

2) Zeige Interesse!

Ermuntere dein Kind, über sich und seine Gefühle zu sprechen und finde heraus, was es beschäftigt. Auf diese Weise machst du ihm deutlich, dass du es als eigenständige Person ernst nimmst.

3) Lobe dein Kind!

Anerkennung ist der unmittelbarste Ausdruck deiner Wertschätzung und der einfachste Weg, das Selbstvertrauen deines Kindes zu steigern. Durch lobende Worte und Gesten vermittelst du ihm, dass es geliebt wird – ungeachtet seiner Schwächen oder Stärken. Würdige auch den bloßen Versuch, sich einer Aufgabe zu stellen, auch wenn der Versuch letztendlich scheitert.

4) Sporne dein Kind zu neuen Taten an!

Ermutige es, neue Herausforderungen anzugehen. Gib ihm die Gewissheit, dass du jederzeit zur Stelle bist, wenn es deine Hilfe braucht.

5) Vermittle deinem Kind, dass es einzigartig ist!

Vermeide dazu Vergleiche mit Geschwistern oder anderen Kindern, denn solche Vergleiche untergraben die Selbstachtung. Wenn du deinem Kind seine Einzigartigkeit bewusst machst, kann es sein Selbstvertrauen festigen und besser mit Ablehnung umgehen. 

6) Halte dich mit Kritik zurück!

Wenn du dein Kind tadelst, dann nur sein Verhalten und nicht seine Persönlichkeit. Versichere ihm, dass du es lieb hast, auch wenn du sein Benehmen kritisierst.

7) Zeige deine Liebe und Zuneigung!

Spare nicht mit emotionaler Wärme und Körperkontakt. Indem du dein Kind regelmäßig in den Arm nimmst, streichelst, anlächelst oder ihm einfach auf die Schulter klopfst, gibst du ihm Sicherheit.

8) Führe dein Kind durch das Gefühlschaos!

Zeige ihm Tricks, wie man sich in einer schlechten Gemütsstimmung besser fühlt. Fordere es beispielsweise auf, die Augen zu schließen und an einen schönen Moment aus der Vergangenheit zu denken. Auch beim Sport an der frischen Luft – im besten Fall gemeinsam mit dir – kann man gut den Kopf freikriegen.

9) Packe dein Kind nicht in Watte!

Gaukele ihm keine heile Welt vor und bringe ihm bei, dass Zurückweisungen, Kummer und Niederlagen zum Leben gehören. Helikopter-Eltern, die ihr Kind überbehüten, nehmen ihm die Chance, beharrlich und widerstandsfähig zu werden – spätestens im Berufsleben macht sich das durch eine fehlende Stressresistenz und mögliche Depressionen bemerkbar.

10) Sei offen für Neues!

Probier auch ausgefallene Methoden aus, die den Alltag auflockern. Schlage deinem Kind z.B. vor, ein „Stärkentagebuch“ zu führen, das ihm dabei hilft, die eigenen Vorzüge zu verinnerlichen und Vergleiche mit anderen zu meiden. Auch bei gemeinsamen Kanutouren, Kletteraktionen oder anderen Ausflügen kann dein Kind Erfolgserlebnisse haben, die sein Selbstbewusstsein kräftigen.

Deine Hilfestellung beim Aufbau eines gesunden Selbstvertrauens deines Kindes ist die Grundvoraussetzung dafür, dass es sein Leben meistert. Bestimmt ist dir diese Wegbegleitung schon ganz gut gelungen, daher nutze diese Tipps als zusätzliche Hilfe, um dein Kind durch diese schwierige Phase zu führen.

Letzte Änderung amFreitag, 07 November 2014 11:28
Joschka Riedel

Joschka Riedel schreibt als freier Journalist. Über seine eigene Pubertät kann der studierte Geschichts- und Religionswissenschaftler rückblickend nur schmunzeln. Als Mitglied einer Großfamilie hat er es noch immer regelmäßig mit Pubertierenden zu tun.

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