Problematische Verhaltensweisen

Rauchen und Trinken ist cool – Über den Alkohol und Zigarettenkonsum bei Jugendlichen

Rauchen und Trinken ist cool Foto: emoji - photocase.de Rauchen und Trinken ist cool

Eine aktuelle Repräsentativerhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) belegt, dass sich etwa 17 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinken.

In vielen Fällen geht der Alkoholmissbrauch auch mit dem Zigarettenkonsum bei Jugendlichen einher. Viele Jugendliche beginnen mit dem Rauchen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Für Jugendliche gelten Zigaretten und Alkohol als Symbole für das Erwachsen sein. In den Cliquen herrscht Gruppendruck, es gilt schlichtweg als cool, zu rauchen und zu trinken.

Drogen in der Pubertät

Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Heranwachsende zum ersten Mal mit Alkohol oder Nikotin in Berührung kämen, ist auf der Internetseite des BZgA zu lesen. Damit die Kinder und Jugendlichen verantwortungsvoll damit umgehen könnten, müssten sie lernen, „Nein“ zu sagen. Doch gerade in der Pubertät sei das gar nicht so einfach und setzte Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen voraus.

Vor allem in schwierigen Situationen, mit denen Kinder nicht zurechtkämen, könne es sein, dass sie sich zurückziehen. Dann bestehe die Gefahr, dass Nikotin, Alkohol oder Cannabis zu ihren „Fluchthelfern" würden. Hätten sie jedoch schon als Kind gelernt, mit Problemen umzugehen und auf sich selbst zu vertrauen, seien sie auch jetzt in der Lage, Probleme in der Pubertät ohne Drogen zu lösen. Ein wichtiger Rat der Experten: „Wenn Sie als Eltern Ihren Kindern von klein auf zeigen, dass Sie immer für sie da sind und sie auch bei Meinungsverschiedenheiten akzeptieren oder lieben, werden die Kinder auch in der Pubertät bei Problemen zu Ihnen kommen.“

Eltern und Kinder werden von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit der Kampagne „Kinder stark machen“ unterstützt. Nähere Informationen gibt es unter www.kinderstarkmachen.de

Weitere Informationen

Sehr gute weiterführende Infos zu allen Arten von Drogen und eine Online Drogenberatung für Jugendliche auf www.drugcom.de

Illegale Drogen in der Pubertät

Auch dem Missbrauch illegaler Drogen in der Pubertät, wie Heroin oder Kokain, geht praktisch immer der Gebrauch weniger problematischer Substanzen voraus. Eine Untersuchung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ergab, dass Jugendliche, die die jeweilige Droge nehmen, durchschnittlich mit 13,9 Jahren beginnen zu rauchen und mit 15,4 Jahren beginnen Alkohol zu trinken. Es folgt der Gebrauch von Cannabis mit 16,8 Jahren und der von anderen illegalen Drogen mit 17,2 Jahren. Es zeigte sich, dass das Rauchen bei Jugendlichen das intensivere Alkoholtrinken verstärkt, beides den Konsum von Cannabis und alle drei den Konsum anderer Drogen.

Vorbildfunktion

Dass Eltern auf das Rauchen ihrer Jugendlichen einen großen Einfluss haben, weiß die Kinderärztin und Psychotherapeutin Dr. med. Roswitha Spallek. Gute Elternbeziehungen würden das Risiko vermindern, dass sich Jugendliche von anderen „anstecken“ ließen. Außerdem spiele die Vorbildfunktion eine große Rolle: „Aber selbst Eltern, die rauchen, sollten ihren Kindern klar machen, dass Rauchen schädlich ist. Sie können ihren Kindern darlegen, dass sie selbst gerne damit aufhören würden, es aber nicht schaffen und daher froh wären, wenn sie niemals damit angefangen hätten.“

BZgA-Direktorin Prof. Dr. Elisabeth Pott ist überzeugt: „Kinder, die ihre Stärken kennen und denen wir Vertrauen und Anerkennung schenken, wachsen zu selbstbewussten Persönlichkeiten heran - eine wichtige Grundlage, um später auch gegen Gruppendruck ‚Nein’ zu Suchtmitteln sagen zu können.“

Letzte Änderung amDienstag, 22 Juli 2014 10:39
Helga Wissing

Helga Wissing ist freie Journalistin und lebt mit ihren zwei Töchtern in einer Kleinstadt in Nordrhein Westfalen. Mit einer 16-Jährigen unter einem Dach weiß sie genau, wovon sie schreibt. Wechseljahre und Pubertät prallen aufeinander. Ihr Tipp: Ruhe bewahren und trotzdem lieb haben.

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