Schule/Ausbildung/Werdegang

Berufliche Orientierung für Jugendliche: Im Dschungel der Chancen

Berufsorientierung Foto: © DoraZett - Fotolia.com Berufsorientierung

Mitten in die „heiße Phase“ der Pubertät fällt bei vielen Jugendlichen ein Meilenstein: Die Ausbildung und der Start in das Berufsleben. Wie können Eltern den Nachwuchs bei der beruflichen Orientierung und Entscheidung unterstützen?

Es gibt Studiengänge wie Kristallographie, Coffeemanagement und Straßenkinderpädagogik sowie tausende weitere. Man kann Food-Stylist/in werden, als Ocularist/in Augenprothesen anfertigen oder als Fachkraft für biologische Flugsicherheit für Vogel-freie Landebahnen sorgen. Dies sind nur wenige Beispiele für die spannende Vielfalt der heutigen beruflichen Möglichkeiten. Doch gerade deshalb fällt die Orientierung vielen Jugendlichen nicht leicht.

Während Jugendliche noch bis in die 1980er-Jahre hinein relativ geradlinig in die Erwerbstätigkeit gelangten, ist das Bild heute ein anderes: Die Übergänge von Schule und Ausbildung in die Arbeit sind heterogener und fragmentierter. Immer mehr Jugendliche besuchen heute Hochschulen, Berufsakademien und Fachschulen, berichtet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Ausbildung in der Pubertät bedeutet heute also häufig, weiter zur Schule zu gehen.

Berufliche Orientierung für Jugendliche, Links für die Studien- und Berufswahl

Im Abi-Magazin der Bundesagentur für Arbeit gibt es auch viele Reportagen, Porträts, Interviews etc. zum Thema Ausbildung und Beruf
www.abi.de

Beiträge rund um das Thema Studienwahl und ein Studiengang-Finder
www.studienwahl.de

Hochschulkompass - Informationen über deutsche Hochschulen, Studienmöglichkeiten sowie internationale Kooperationen
www.hochschulkompass.de

Berufenet - Datenbank der Bundesagentur für Arbeit mit umfassenden Berufsbeschreibungen
www.berufenet.arbeitsagentur.de

Ein Magazin speziell zum Thema „Duales Studium“ ...
www.wegweiser-duales-studium.de

... und hier geht es um das berufsbegleitende Studium
www.studieren-berufsbegleitend.de

Jugendliche: So funktioniert die berufliche Orientierung

Diese Wahlfreiheit ist einerseits positiv, sie führt aber auch schnell zur Desorientierung. Wie also können Eltern ihre jugendlichen Söhne und Töchter unterstützen, wie in der Pubertät zur Entscheidung für eine Ausbildung beitragen? Oder sollten Jugendliche ihren Weg selbstständig finden? Die Mischung macht’s, weiß Dr. Nora Gaupp vom Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI). Als Leiterin der Fachgruppe „Lebenslagen und Lebensführung Jugendlicher“ setzt sie sich unter anderem mit Bildungs- und Ausbildungsbiographien auseinander. „Berufliche Orientierung ist immer eine Koproduktion verschiedener Instanzen. Dazu gehört zunächst die Schule. Insbesondere bei den nicht-gymnasialen Sekundarschulen ist das Thema fest im Curriculum verankert.“ Als zweiten große Akteur nennt die Expertin die Arbeitsagenturen mit der Berufsberatung, ein flächendeckendes Angebot. Drittens sollten die Eltern zur beruflichen Orientierung beitragen.

Ausbildung in der Pubertät: Networking mithilfe der Eltern

Durch dieses Dreierpaket werden Jugendliche bei der beruflichen Orientierung auf verschiedenen Ebenen unterstützt: Da ist zum einen die Information über konkrete Bildungs-, Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten – einen Auftrag, den Schule und Berufsberatung erfüllen sollten. „Auf der anderen Seite aber steht die Frage nach den individuellen Bedürfnissen des jungen Menschen“, ergänzt Gaupp. „Hier kommt den Eltern eine wesentliche Rolle zu, weil sie ihre jugendlichen Kinder gut kennen und oft auch über gute Netzwerke verfügen.“ Sie könnten helfen Türen zu öffnen und Kontakte herzustellen: Dies wäre eine Möglichkeit, frage doch dort mal nach einem Praktikum, den Betrieb kenne ich.

Gesprächsbereitschaft: positiv

Dass Jugendliche während der Pubertät generell abblocken und unzugänglich für Ratschläge seien – etwa zum Thema Ausbildung –, ist laut Gaupp ein Vorurteil. Studienergebnisse des DJI zeigen vielmehr, dass Töchter und Söhne in schulischen und beruflichen Fragen auch auf Eltern setzen. „Natürlich gibt es Familien, in denen die Kommunikation in der Pubertät erschwert ist. Doch wenn wir Jugendliche in unseren Untersuchungen fragen: Wer sind für dich wichtige Ratgeber zum Thema Schule und berufliche Orientierung, dann stehen die Eltern an erster Stelle.“

Letzte Änderung amMontag, 21 Juli 2014 16:25
Christine Lendt

Christine Lendt arbeitet als Journalistin und Buchautorin in Hamburg. Wenn sie ihre Reiseführer und Erlebnisbücher verfasst, hat sie das im Blick, was Familien besonders viel Spaß macht. Auch zahlreiche Fachartikel entstammen ihrer Tastatur, unter anderem zum Themenfeld Schule, Ausbildung und Studium. Bild: Simone Friese

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