Pubertaet und Gesellschaft

Arztbesuche in der Pubertät

Arztbesuche in der Pubertät Foto: © Alexander Raths - Fotolia.com Arztbesuche in der Pubertät

Während der Pubertät verändert sich vieles – ganz besonders auch der eigene Körper. Für Kinder, die sich auf dem Weg zum Erwachsenen befinden, sind daher einige Arztbesuche von Bedeutung. Dazu gehören die Jugenduntersuchungen J1 und J2 sowie der Gang des Mädchen zum Gynäkologen. Und wie sollten sich die Eltern dabei verhalten?

Arztbesuche sind in der Pubertät auch dann wichtig, wenn Sohn oder Tochter rundherum gesund sind. In dieser bewegenden Phase ist es beruhigend zu erfahren, dass alles „normal“ verläuft und bei Unsicherheiten einen Experten fragen zu können. Hinzu kommt, darauf weisen die Krankenkassen hin, dass sich auch bei Jugendlichen immer häufiger die Folgen eines Bewegungsmangels und einer nicht immer ausgewogenen Ernährung zeigen. Auch sind die jungen Menschen heute einem hohen Erwartungsdruck ausgesetzt, der sich in gesundheitlichen Beschwerden äußern kann.

J1 und J2: Untersuchungen in der Pubertät

Die Jugenduntersuchungen J1 und J2 tragen zur Vorsorge bei. Sie werden im 13. bis 14. Lebensjahr durchgeführt (J1) beziehungsweise, wenn der Jugendliche das 17. bis 18. Lebensjahr erreicht hat. Ähnlich wie bei den „U“-Terminen im Kindesalter handelt es sich um einen Rundum-Check, jeweils abgestimmt auf die Entwicklung in dem Alter. Zur J1 etwa gehören unter anderem das Abhören von Herz und Lunge sowie eine Messung des Blutdrucks. Es wird geprüft, ob Körpergröße und Gewicht dem Alter entsprechen und ob der Impfschutz stimmt. Auch hat der Jugendliche nun eine Gelegenheit, über Sorgen, die die Pubertät mit sich bringt oder über Themen wie Alkohol oder Drogenkonsum. Bei der J2 geht es primär darum, Probleme zu erkennen, die mit Pubertät und Sexualität zusammenhängen und auch Sozialisation sowie Verhalten betreffen können. Hinzu kommen eine Diabetes-Vorsorge und eine begleitende Beratung zur Berufswahl.

Arztbesuche in der Pubertät: Links zum Thema

Kinderärzte im Netz
Die Homepage zum Thema Jugenduntersuchungen, mir BMI-Indexrechner und vielen Tipps
www.kinderaerzte-im-netz.de

Finder für Kostenübernahme durch Krankenkassen
Suchfunktion für Gesetzliche Krankenkassen, die die Kosten der Vorsorgeuntersuchungen J2 erstatten.
www.bvkj-service-gmbh.de/vertraege/
Hinter der Webseite steht die BVKJ-Service GmbH, eine hundertprozentige Tochter des Berufsverbandes der Kinder-und Jugendärzte e. V. (BVKJ). Zweck der Gesellschaft ist der Abschluss von sogenannten Selektivverträgen über die Behandlung gesetzlich krankenversicherter Patienten im Kindes- und Jugendalter.

J1 und J2 – zahlt die Krankenkasse?

Die Leistungen der Jugenduntersuchung J1 werden komplett von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Bei der J2 indes sieht es teilweise anders aus, nicht alle Kassen kommen dafür auf. Dennoch sollten Eltern daran denken, dass es um die Gesundheit des Kindes geht und diese Untersuchung daher nicht aus Sparsamkeit unterbleiben sollte – Im Zweifelsfall bei der Kasse nachfragen und sich vom Arzt des Vertrauens beraten lassen!

Zu welchem Arzt sollte man in der Pubertät gehen?

Als Arzt für die Jugenduntersuchungen J1 und J2 kommen der „Hausarzt“ der Familie in Frage, aber auch der bisherige Facharzt für Kînder- und Jugendmedizin, ein Allgemeinmediziner oder ein hausärztlicher Internist. Weil auch sensible Themen zur Sprache kommen, ist es wichtig, dass der Jugendliche ein Vertrauensverhältnis zum Arzt aufbauen kann – Eltern sollten also darauf achten, ob der Arzt wirklich eine gute Wahl ist, ihr Kind daran beteiligen und behutsam nachfragen: Hast du dich auch wohlgefühlt bei der Untersuchung? Mit dabei sein indes sollten Eltern allenfalls zu Beginn des Termins – manchen Kindern ist ein gemeinsames Kennenlernen lieber – und sich dann verabschieden. So können Sohn oder Tochter auch Themen ansprechen, die ihnen sonst vielleicht peinlich wären oder ganz offen über heikle Angelegenheiten wie Rauchen und Alkohol reden.

Gynäkologe und Urologe: Arztbesuche in der Pubertät

Das Einsetzen der Periode, Verhütung, Krebsvorsorge: Für Mädchen gehören erste Termine beim Gynäkologen wie selbstverständlich zum Erwachsenwerden. Doch auch Jungs sollten ruhig schon einmal für einen Check Facharzt für Kînder- und Jugendmedizin gehen, rät Petra Winkler von pro familia Berlin. „So lernen Jungs schon früh, dass man nicht erst zum Arzt zu gehen sollte, wenn es Beschwerden gibt oder zu spät ist und haben schon früh einen Ansprechpartner des Vertrauens.“

Letzte Änderung amDienstag, 16 September 2014 17:10
Christine Lendt

Christine Lendt arbeitet als Journalistin und Buchautorin in Hamburg. Wenn sie ihre Reiseführer und Erlebnisbücher verfasst, hat sie das im Blick, was Familien besonders viel Spaß macht. Auch zahlreiche Fachartikel entstammen ihrer Tastatur, unter anderem zum Themenfeld Schule, Ausbildung und Studium. Bild: Simone Friese

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