Trost & Mut

Trost & Mut

Trost und MutLiebe unbekannte Mutter, lieber unbekannte Vater,

wenn du das liest, hast du - genau wie ich - ein Kind mitten in der turbulenten Krise. Ich sitze hier und zerbreche mir den Kopf, was ich noch tun kann, wie ich meinem Sohn helfen könnte. Es ist so schwer auszuhalten! Manchesmal bringt er mich zum Wahnsinn mit dem ewigen Gechille, manchesmal sorge ich mich um sein Wohlergehen, seine Gesundheit. Oft, viel zu oft, weiß ich nicht wo er ist. Er redet nicht mehr. Nicht mit mir. Er hält sich an keine Regel, brauche ich gar nicht mehr zu versuchen. Manchmal, ganz manchmal haben wir Sternstunden. Die versuche ich festzuhalten. Dann ist er mir wieder ganz nah und ich darf ihm nah sein. Dann redet er und erzählt mir etwas von sich. Oh, wie ich das liebe. Auf jede Sternstunde folgen Wochen der Verzweiflung, der Sorgen, des Pubertaets-Wahnsinns.
Bitte vergiß niemals, wenn du auch so verzweifelt, so traurig, so ratlos bist: du bist nicht allein. Da draußen sind ganz ganz viele andere Mütter und andere Väter, die sich genau so sorgen wie du. Und: DU HAST KEINE SCHULD DARAN. Du kannst diese Entwicklung nicht beeinflussen. Es passiert einfach. Oft hilft es für ein Gespräch mit anderen Eltern den Anfang zu machen. Sprich über deine Sorgen. Bestimmt werden die Eltern um dich rum sagen: „Oh, bei dir auch!“, „Ja, das kenne ich nur zu gut!“. Oft öffnet man mit einer Frage einen ganzen Wasserfall an Sorgen und es tut so gut zu wissen, dass man nicht alleine ist. Dann kann man sich auszutauschen und Ideen weitergeben und vor allem sich gegenseitig Mut machen.

Und dann noch dies. Es ist eine Phase. Es geht vorüber. Es geht vorüber. Es geht vorüber. Mach das „Es geht vorüber“ zu Deinem Mantra. Lass Dich nicht entmutigen. Bleib da, wo Du bist an der Seite Deines Kindes, auch wenn es Dich immer wieder wegschubst, Dich beschimpft, sich an nichts hält. Sei einfach da. Unwiderruflich. Sag Deinem Kind, dass Du es liebst. Auch jetzt. Irgendwas davon kommt an, da bin ich mir sicher. Und später, viel später werden wir uns vielleicht einmal irgendwo kennen lernen und erzählen: „Weißt Du noch, wie schlimm das war ...“ Es wird ein SPÄTER geben. Dein Kind wird sich wie ein Schmetterling entpuppen und die Pubertaet hinter sich lassen. Du wirst stolz sein. Freu Dich darauf, auch wenn es im Moment grad dunkel bis duster ist am Horizont.
Ich freue mich, dass mich das pubertaets-Team gebeten hat, diese Rubrik zu füllen und zu betreuen.

Alles Gute.
Anna Gandow
Ich habe wieder angefangen Tagebuch zu schreiben. Vielleicht kommt Dir ja das ein oder andere bekannt vor. Ich habe Kolumnen gesammelt und mir Links aufgehoben. All das findest du hier. Wenn du noch etwas gefunden hast, was hier unbedingt rein gehört, dann schreib mir: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Marie / Teil 1: Als ich meine depressive Tochter in die Kinder- und Jugendpsychiatrie brachte

Ich bin wirklich ein lebensfroher Mensch. Und ich hätte mir dies alles niemals träumen lassen. Nicht meine Tochter, nicht bei uns. Das hätte ich niemandem geglaubt. Marie, meine Tochter, die in Wirklichkeit anders heisst, war immer ein fröhliches Mädchen. Sie gehörte immer zu den beliebten Kindern in der Klasse, hatte viele Freunde, kam gut mit, machte Sport und war überhaupt, ja, „pflegeleicht“.

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Das muss man wollen - oder der Tag, an dem mein Sohn schwitzte.

Es ist heiß. So etwa 32 Grad. Je nach Aufenthaltsort ist das sogar ziemlich heiß. Und wären wir gerade in einem Klassenzimmer oder in der Fußgängerzone, im Büro oder auf dem Fussballplatz dann würden wir alle ziemlich vor uns hin schwitzen und sicher ab und zu fluchen. Wir jedoch haben Glück, wir sind im Urlaub. Wir sind am Strand, das Meer ist keine 10 Meter entfernt, wir haben genug Trinkwasser, einen Sonnenschirm und Picknick in der Tasche.

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Der Tag an dem ich rückwärts aus dem Zimmer meines Sohnes wieder rausfiel. Und - by the way - wo ist er überhaupt?

So was gibts doch gar nicht. Und das bei meinem Sohn, der bislang immer größten Wert auf ein aufgeräumtes Zimmer gelegt hat. Eben habe ich alle Fenster im Haus zumachen wollen, weil ein Gewitter im Anflug ist, und bin seit Tagen zum ersten Mal in das Zimmer meines Sohnes gekommen. Und dann das: dreckiges Geschirr, ein überquellender Mülleimer, halbleere Flaschen, Essensreste, eine Salzstangenpackung. Daneben Wäsche auf dem ganzen Fussboden verteilt. Dreckig? Sauber? Keine Ahnung.

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Birthe hat ein Piercing

„Die Birthe hat ein Piercing und ich will ein Tattoo!“ Mein 15-jähriges Pubertier sitzt breitbeinig am Küchentisch, und trommelt mit den schwarz lackierten Fingernägeln, die hervorragend zu der -- dank Poly Color – fast ebenso schwarzen Mähne passen, ungeduldig auf die Tischplatte. Ungeduldig deshalb, weil ich das liebe Kind gebeten habe, für die kurzen Momente der gemeinsamen Mahlzeit das Handy beiseite zu legen, das seit zwei Jahren so eine Art angewachsenes Körperteil ist.

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