Problematische Verhaltensweisen

Schule schwänzen – rechtliche Folgen

Schule schwänzen – rechtliche Folgen Foto: © highwaystarz - Fotolia.com Schule schwänzen – rechtliche Folgen

Manche Eltern erfahren es erst, wenn die Polizei vor der Tür steht oder ein Bußgeld-Bescheid eintrifft: Sohn oder Tochter hat den Bogen überspannt und die Schule deutlich zu selten  gesehen. So weit muss es nicht kommen.

Sich vom Lehrer unverstanden fühlen, mobbende Mitschüler oder Probleme in der Familie – Es gibt viele Gründe, warum Jugendliche sich nicht mehr in den Unterricht trauen oder „keinen Bock“ darauf haben. Nur: Eine Lösung ist das Schule schwänzen nicht, denn es kommen dann noch weitere Probleme hinzu. In Deutschland besteht nun einmal Schulpflicht, und wer häufig unentschuldigt fehlt, muss mit Ordnungsmaßnahmen rechnen.

Folgen des Schule schwänzens: Bis hin zum Jugendarrest

Das Schulsystem ist Ländersache. Also können auch die Sanktionen für das Schule schwänzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten einsetzen und verschieden ausfallen. Zu Beginn suchen Schulen häufig das Gespräch mit den Jugendlichen und Eltern. In Berlin startete im März 2014 das Pilotprojekt „Elektronisches Klassenbuch“: Eltern blaumachender Schüler werden gleich morgens per SMS informiert, um noch möglichst frühzeitig reagieren zu können. Doch irgendwann ist überall der Punkt erreicht, an dem das Schwänzen der Schule auch Ordnungsmaßnahmen nach sich ziehen kann. Häufig bedeutet dies ein Bußgeld, die Höhe kann in manchen Ländern empfindliche Höhen erreichen.

Links zum Thema: Schule schwänzen und die Folgen

Im „Schulspiegel“ des Magazins Der SPIEGEL online sprechen drei Jugendliche darüber, warum sie sich vor der Schule drücken, wie sie versuchen, trotzdem klarzukommen - und was sie werden möchten.
www.spiegel.de/schulspiegel/leben/schule-schwaenzen-wie-der-staat-die-verweigerer-zum-unterricht-zwingt-a-855272.html

Dieser Artikel in der Online-Ausgabe der „Bravo“ richtet sich direkt an Jugendliche – und zeigt ihnen dabei auch rechtliche Folgen des Schuleschwänzens auf.
www.bravo.de/dr-sommer/familie-schule/schule-schwaenzen-was-kann-mir-passieren

Jugendliche unterliegen der Schulpflicht

In Hamburg setzt man eher darauf, dass der Jugendliche das Bußgeld für das Schwänzen selbst zahlen muss, damit die Maßnahme ihre Wirkung zeigt. So rät Margareta Brünjes, Leiterin des Referats Schulpflichtverletzungen der zuständigen Behörde für Schule und Berufsbildung, den Eltern von Dauerschwänzern: „Wenn die Schulbehörde gegen Ihr Kind wegen anhaltenden Schwänzens im Ordnungswidrigkeitenverfahren ein Bußgeld festsetzt, entwerten Sie diese Strafe nicht dadurch, dass Sie selbst das Bußgeld bezahlen.“ Die Behörde habe bei der Höhe des Bußgelds bereits berücksichtigt, dass das Kind kein eigenes Einkommen hat und nur über Taschengeld verfügt. Wenn das Kind das Bußgeld nicht bezahlen kann oder will, könne der Jugendrichter es in eine erzieherische Maßnahme umwandeln, dem Kind etwa den Aufenthalt an bestimmten Orten untersagen oder ihm die Weisung erteilen, regelmäßig am Schulunterricht teilzunehmen. Brünjes ist überzeugt: „Da der Richter die Einhaltung seiner Anordnungen überwacht und bei Nichteinhaltung Arrest anordnen kann, sind seine Maßnahmen besonders wirkungsvoll und haben schon manchen Schwänzer zurück auf die Schulbank gebracht.“

Auch die Ursache für das Schule schwänzen finden

Die Frage, ob Strafen wirklich eine Lösung sind, spaltet die Meinungen. Experten weisen darauf hin, dass sie auch das Gegenteil bewirken können – besonders, wenn ohnehin schon Ängste zugrunde liegen. Erziehungswissenschaftler und Psychologen wie Prof. Michael Schulte-Markwort machen darauf aufmerksam, dass oft auch Probleme wie eine Angststörung („Schulphobie“) hinter dem Schwänzen stecken: Eine Null-Bock-Haltung entstehe nicht ohne Grund. Umso wichtiger ist es also, nach den Ursachen zu suchen, bei Bedarf auch mit professioneller Unterstützung. Wenn dies frühzeitig erfolgt, lassen sich zusätzliche Sorgen wie ein drohendes Bußgeld von vornherein vermeiden.

Letzte Änderung amDienstag, 16 September 2014 17:10
Christine Lendt

Christine Lendt arbeitet als Journalistin und Buchautorin in Hamburg. Wenn sie ihre Reiseführer und Erlebnisbücher verfasst, hat sie das im Blick, was Familien besonders viel Spaß macht. Auch zahlreiche Fachartikel entstammen ihrer Tastatur, unter anderem zum Themenfeld Schule, Ausbildung und Studium. Bild: Simone Friese

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